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Namensgeber für den SPD.de Sozialabbau: Peter Hartz feiert heute seinen 75. Geburtstag

Am Ende sollte Gerhard Schröders Kanzlerschaft vor allem mit einem Namen verbunden bleiben: Peter Hartz. Vom VW-Arbeitsdirektor schaffte es der Saarländer bis zum Regierungsberater. Heute stehen die Hartz-Reformen für den größten Einschnitt in den deutschen Sozialstaat.

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Dabei waren die anfänglichen Pläne weit weniger restriktiv als das Endergebnis. 2005 stolperte Peter Hartz über die „Lustreisen“-Affäre und musste den VW-Vorstand verlassen. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag.

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Dass sein Name einmal ein Synonym für ökonomischen Abstieg sein könnte, damit rechnete Peter Hartz wohl nicht, als ihn der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder Anfang des Jahres 2002 zum Top-Berater in Sachen Arbeitsmarkt- und Sozialstaatsreform machte. Schon zuvor legte der Saarländer als Arbeitsdirektor im VW-Vorstand eine eindrucksvolle Karriere hin. Immer wieder gelang es ihm auch krisenhafte Situationen ohne betriebsbedingte Kündigungen zu meistern. Anfang 2000 stand der Name Hartz vor allem für innovative Personalpolitik, die zwischen den beteiligten Interessenlagen geschickt vermittelte.

Diese Zeiten sind vorbei. Nach mehr als zehn Jahren, in denen das SGBII in Kraft ist, hat es der Begriff „hartzen“ sogar zum Jugendwort geschafft und umschreibt den Zustand des „ziel- und einkommenslosen Herumgammelns“.

Es sind vor allem die „Hartz IV“-Reformen, die nicht nur das Ende der SPD als „Partei des kleinen Mannes“ besiegelten, sondern auch den größten gesellschaftlichen Zündstoff des Maßnahmenpaketes mit sich brachten. Heute beziehen rund 4,3 Millionen Menschen in Deutschland Arbeitslosengeld II, so die offizielle Bezeichnung von „Hartz IV“. Hinzu kommen rund 820.000 Empfänger von Arbeitslosengeld I. Zum Zeitpunkt der Einberufung der Hartz-Kommission zählte Deutschland 3,8 Millionen Arbeitslose. Peter Hartz wollte die Zahl innerhalb von drei Jahren halbieren. Allenfalls mittels manipulierter Statistikauswertungen gelingt es manchen Befürwortern der Reformen noch heute diese als Erfolg zu präsentieren.

Hartz IV, im Volksmund steht dies für Sozialstaatsabbau, neoliberale Verwertungslogik und die Reduktion des Bürgers, der im kafkaesken Jobcenter-Apparat nur noch als „Kunde“ oder Nummer geführt wird.

Doch die von der Hartz-Kommission erarbeiteten Vorschläge waren weit entfernt von der einseitigen Zwangs-Maschine für die ALG II heute steht. Nicht nur schlug der Entwurf eine Grundstütze von 511 Euro (statt wie später umgesetzt 345 Euro) vor, auch die Sanktionspraxis war nicht Teil des ursprünglichen Hartz-Konzeptes. Gerade mit diesem Instrument zwingen Jobcenter heute jedoch ihre „Fälle“ in miserabel bezahlte Leiharbeiter- oder Ein-Euro-Jobs. Ebenfalls gängige Praxis: Wer einen Termin nicht wahrnehmen kann, rutscht schnell dank Kürzungen weit unter das Existenzminimum.

Steinmeier IV oder Bertelsmann IV wäre passender

Das Label ist alles andere als fair. Wie Prof. Dr. jur. Helga Spindler im Jahr 2012 mit dem Beitrag „Die Ghostwriter der Hartz Kommission“ aufdeckte waren es viel mehr im Hintergrund arbeitende Berater des Kanzleramtes, desBundesarbeitsministeriums und der Bertelsmann Stiftung, welche die heute gefürchteten Daumenschrauben in der Hartz-Gesetzgebung installierten. Spindler schreibt:

Speziell Hartz IV und die verbliebene Rest-Arbeitslosenversicherung und Rest- Sozialhilfe haben wir nicht in erster Linie der Hartz Kommission oder gar dem Namensgeber Peter Hartz persönlich zu verdanken, sondern , einer geheimen Staatsaktion, einer recht undemokratischen, handstreichartigen Hintergrundarbeit aus dem Bundesarbeitsministerium (BMA) und dem Bundeskanzleramt, einverständlich koordiniert und gelenkt durch die Bertelsmann Stiftung.

Und weiter:

„Tragende Akteure“ dieses Prozesses seien im Bundeskanzleramt Frank Walter Steinmeier und im BMA Staatssekretär Gerd Andres gewesen. Walter Riester erinnert sich nach dem Vermittlungsskandal an ein Gespräch mit Steinmeier: „Walter, wir müssen das eigentlich mit einem massiven eigenen Schlag lösen.“

Auch im Interview mit dem Tagesspiegel betonte Peter Hartz im Jahr 2012: „Wir wollten diese Kürzungen nicht“. Das Gesamtpaket bewertete er im Rückblick dennoch mit den Worten „unter dem Strich war die Reform ein Erfolg“.

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass der Name des langjährigen Gewerkschaftlers und SPD-Mitglied in Mitleidenschaft gezogen wurde. Im Jahr 2005 endete schließlich die VW-Karriere von Peter Hartz. Mitglieder des Betriebsrates des Unternehmens wurden von der Firmenleitung mit Geld und Bordellbesuchen bestochen. Für seine Beteiligung an der Bestechungsaffäre wurde Hartz zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 576.000 Euro verurteilt.

Heute feiert Peter Hartz seinen 75. Geburtstag. Das Thema Arbeitslosigkeit treibt ihn immer noch um. Mit dem Projekt „Minipreneure“ will Hartz erreichen, dass Langzeitarbeitslose ihr Leben wieder „selbst in die Hand nehmen“. Das Konzept wirkt wie das genaue Gegenteil dessen, was dank der Hartz-Reformen heute in Deutschlands Jobcentern gängige Praxis ist. Im Interview erläutert Peter Hartz:

Die entscheidende Frage ist nicht, welche Fehler hat jemand, was sind seine Vermittlungshemmnisse? Sondern: Was hat jemand im Laufe seine Lebens an Wissen, Können und Erfahrungen gesammelt und was lässt sich daraus machen? Um das herauszufinden, setzen wir bei diesem Projekt auf eine ausgeklügelte Talentdiagnostik.

Es wirkt ein wenig, als wolle der Namensgeber des größten Sozialabbaus in der Geschichte der Bundesrepublik im Alter so einiges wieder gut machen.

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Italien: Muslime fordern Bürgerrecht auf Polygamie nach Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen

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Ein bekannter muslimischer Vertreter in Italien hat gefordert, dass Polygamie ein Bürgerrecht werden muss, ähnlich wie es bei gleichgeschlechtlichen Ehen der Fall ist, die das südeuropäische Land erst kürzlich erlaubt hat. Das katholisch geprägte Italien reagierte erwartungsgemäß über Parteigrenzen hinweg mit Empörung. Doch wirklich inhaltliche Argumente gegen konsensuelle Polygamie gibt es in der Debatte kaum.

„Es gibt für Italien keinen Grund polygame Ehen von mündigen Personen nicht zu akzeptieren“, schrieb Hamza Piccardo, Gründer der Union islamischer Gemeinden und Organisationen in Italien (UCOII), letzte Woche in einem umstrittenen Facebook Post.

Weiter betonte er:

„Wenn es eine Frage der Bürgerrechte ist, dann ist die Polygamie ein Bürgerrecht. Muslime stimmen homosexuellen Partnerschaften nicht zu und müssen dennoch ein System akzeptieren, das sie ermöglicht.“

Piccardos Äußerungen verursachten Aufruhr im erzkatholischen Italien, das im Bezug auf die gleichgeschlechtlichen Ehen immer noch gespalten ist.
„Jahrhunderte des Kampfes für Frauenrechte können nicht einfach bei Seite gewischt werden“, erklärte Debora Serracchiani, stellvertretende Leiterin der regierenden Demokratischen Partei (PD), der Tageszeitung Corriere della Sera. Mit mehreren Frauen verheiratet zu sein, „hat nichts mit Bürgerrechten zu tun“, fügte sie hinzu.

Der EU-Abgeordnete für die Lega Nord, Paolo Grimoldi, bemerkte: „Das ist der moderate Islam, mit dem die italienische Regierung im Dialog bleiben will.“

Auch der mailändische Bürgermeister, Giuseppe Sala, intervenierte auf die Kommentare des UCOII-Vertreters, da Piccardo ein Foto zweier frischvermählter homosexueller Männer mit dem Mailänder Bürgermeister verwendete, um seinen Post zu illustrieren.

„Piccardo sagte verrückte Dinge. Nicht nur, dass ich keine Nähe zu ihm habe, ich denke, dass seine Ansichten der islamischen Welt sehr viel Schaden zufügen“, gab Sala gegenüber Askanews an.

Der UCOII Gründer setzte dann die Debatte über seine Facebook-Seite fort:

„Eine einfache Betrachtung der Rechtsphilosophie hat eine derart groteske Gegenreaktion ausgelöst, dass es schon witzig ist.“

Er bekräftigte seinen Standpunkt, dass Polygamie ein Bürgerrecht und eine Frage der „Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz“:

„Unterschätzen Sie nicht die demografische Wirkung der Polygamie. Sie würde den Bevölkerungsrückgang und die daraus folgende Notwendigkeit ausländische Arbeitskräfte zu rekrutieren neu ausbalancieren.“

Auch im deutschsprachigem Netz hat die Forderung kontroverse Fragen aufgeworfen:

Im Mai stimmte das italienische Parlament trotz starkem Drucks der katholischen Kirche als letztes westeuropäisches Land zugunsten der Anerkennung von Lebenspartnerschaften Homosexueller und deren Ehen ohne Trauschein. Damit erhielten gleichgeschlechtliche Paare viele Rechte der Ehe, aber nicht das Recht, Kinder zu adoptieren.

 

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Für viele Verbraucher sind Finanzberater die Buhmänner der Krise. Ein Problem der Branche: Es ist nicht geklärt, wer für den Job überhaupt qualifiziert ist.

Die Finanzkrise hat viel Misstrauen geschürt im Verhältnis zwischen Bankkunden und Finanzberater. Eigentlich sollte man annehmen, dass dieser Vertrauensverlust die Kreditinstitute animiert, es künftig besser zu machen. Doch der Gewerkschafter Mark Roach sieht dafür keine Anzeichen. „Der Verkaufsdruck mit Zielvorgaben ist immer noch enorm, wie uns Betriebsräte bestätigen, und es wird verkauft, was verkauft werden soll – und das ist nicht immer das Beste für den Kunden“, sagt der Gewerkschaftssekretär in der Bundesverwaltung Verdi, Fachgruppe Banken. Zudem hätten Banken aus Kostengründen die Weiterbildungsausgaben gekürzt. „Mitunter darf nur einer aus der Abteilung hingehen, der muss dann den Kollegen später zwischen Tür und Angel berichten, was er gelernt hat“, sagt Roach.

Sein Befund verstört, denn alles scheint so weiterzulaufen wie vor der Krise. Dem Bankberater kann man da kaum einen Vorwurf machen, denn der Fehler liegt im System. Banken verdienen nur dann, wenn sie Produkte verkaufen. „Die Bankkaufleute sind eigentlich ordentlich ausgebildet, doch der Verkaufsdruck macht alles zunichte“, sagt Roach.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) plant einen Gesetzesentwurf, der die Qualifikation von Finanzberatern einheitlich regeln soll. Bislang gibt es keine vorgeschriebene Mindestqualifikation für den Beraterjob. Auch die Weiterbildung ist nicht geregelt. „Vor allem bei Strukturvertrieben wie AWD und MLP müssen gar keine Qualifikationen vorgewiesen werden“, bemängelt Roach. Dabei benötigten freie Berater eine grundsätzlich höhere Qualifikation, sagt Ulf Niklas, Sprecher der Bundesinitiative der Honorarberater. „Schließlich treten sie am Markt eigenständig auf, haben keine Expertenabteilung im Hintergrund und müssen den Kunden auch selbst überzeugen.“

Risiko in einfachen Zahlen

Doch welches Qualifikationsniveau für Finanzberater stellt sicher, dass der Kunde eine gute Dienstleistung erhält? Reicht die Banklehre, muss es ein Fachwirtabschluss sein oder gar ein Certified Financial Planner (CFP), der als Königsabschluss in dieser Fachrichtung gilt? Die CFP-Ausbildung kann alles in allem 20.000 Euro kosten und stellt enorme Anforderungen. Kaum vorstellbar, dass dieser Abschluss von der Mehrheit der Kandidaten zu schaffen ist. Und vielleicht muss es ja auch gar kein CFP sein.

„Der Finanzberater ist kein Vermögensverwalter, es ist viel zu aufwendig, ihn so auszubilden, dass er alle Finessen der Portfoliotheorie kennt“, sagt Andreas Hackethal, Professor an der Goethe Business School des House of Finance in Frankfurt. Sein Rat: Der Berater solle Übersetzer für den Kunden sein und vor allem eine wichtige Frage klären. „Wie viel Risiko bist du bereit aufzunehmen, wie viel Geld willst du riskieren?“, sagt Hackethal, der auch fordert, dass nicht der Berater die Produkte für den Kunden auswählt. „Die Produktauswahl soll zentral über die Bank geschehen.“

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Risikokapital – auch Venture-Capital oder Wagniskapital

Risikokapital – auch Venture-Capital oder Wagniskapital genannt – ist außerbörsliches Beteiligungskapital („private equity“), das eine Beteiligungsgesellschaft (Venture-Capital-Gesellschaft) zur Beteiligung an als besonders riskant geltenden Unternehmungen bereitstellt. Das Wagniskapital wird in Form von vollhaftendem Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Finanzierungsinstrumenten wie Mezzanine-Kapital oder Wandelanleihen ins Unternehmen eingebracht, oftmals durch auf dieses Geschäftsmodell spezialisierte Wagnisfinanzierungsgesellschaften, häufig „Venture-Capital-Gesellschaften“ (abgekürzt VCG) genannt.

 

Überblick

Eine Risikokapitalbeteiligung zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • Die Beteiligung erfolgt hauptsächlich in junge, nicht börsennotierte, technologieorientierte Unternehmen (engl. „Start-Ups“).
  • Da solche Unternehmen für eine herkömmliche Kreditfinanzierung meist nicht genügend Sicherheiten aufbringen können, stehen vollhaftendes Eigenkapital sowie hybride Finanzierungsformen im Vordergrund. Üblich sind in Deutschland Minderheitsbeteiligungen in Höhe von 20-35 %.[1]
  • Zwar werden die finanziellen Mittel prinzipiell zeitlich unbegrenzt zur Verfügung gestellt; das Ziel der Kapitalbeteiligung liegt aber nicht in Dividenden– oder Zinszahlungen sondern im Gewinn aus dem Verkauf der Beteiligung (Exit).
  • Die Beteiligung ist mit einem sehr hohen Risiko verbunden, das bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gleichzeitig sind aber bei einem Erfolg sehr hohe Renditen möglich.
  • Es wird nicht nur Kapital, sondern auch betriebswirtschaftliches Know-how zur Verfügung gestellt, um den i. d. R. unerfahrenen Unternehmensgründern zu helfen, bzw. um die Beteiligung erfolgreich zu gestalten. Daher wird in diesem Zusammenhang auch von intelligentem Kapital („smart capital“) gesprochen. Der Kapitalgeber kann aktiv in die unternehmerischen Tätigkeiten eingreifen (Managementunterstützung) und mit seinem Netzwerk etwa beim Aufbau von Geschäftsbeziehungen oder der Einstellung von Personal helfen.
  • Im Gegenzug erhält der Kapitalgeber häufig Informations-, Kontroll- und Mitspracherechte, die über die üblichen Rechte aus einer Beteiligung hinausgehen.

Finanzierungsphasen

Noch bevor Risikokapitalgesellschaften investieren, erhalten Unternehmensgründer Finanzmittel häufig von Freunden und Angehörigen („friends & family“), aus Förderprogrammen oder von sogenannten Business Angels (Anschubfinanzierung).

Je nach Phase im Lebenszyklus des finanzierten Unternehmens werden die folgenden Ausprägungen einer Risikokapitalbeteiligung unterschieden:

Seed Stage Capital

In der frühen Seed Finance Phase werden die finanziellen Mittel wie Startkapital in der Regel für Forschung und Entwicklung benötigt, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Marktreife zu führen. Diese Phase ist regelmäßig durch ein sehr hohes Risiko gekennzeichnet, da kein fertiges Produkt vorliegt und der mögliche kommerzielle Erfolg in diesem Stadium nur sehr schwer schätzbar ist. Der Kapitalgeber wird dementsprechend eine, im Vergleich zu den späteren Phasen, höhere Beteiligungsquote beanspruchen, d. h. der Einkauf in das Unternehmen erfolgt zu einem niedrigen Preis bei hohem Risiko.

Early Stage Capital

In der Early Stage Financing Phase des Unternehmens ist die Produktentwicklung weitgehend abgeschlossen und es wird Kapital für Tests (z. B. klinischen Studien in der Pharma– oder Biotechnologiebranche), Marketingaktivitäten sowie den Aufbau von Produktionskapazitäten benötigt, um die erfolgreiche Markteinführung zu gewährleisten. Das Risiko für den Kapitalgeber ist hier schon niedriger als beim „seed finance“, da die Funktionalität schon demonstrierbar ist. Es besteht dennoch ein großes Verlustrisiko, da der kommerzielle Erfolg auch in dieser Phase schwer schätzbar ist.

Later Stage Capital

In der Later Stage Financing Phase, welche auch als Expansion bzw. Growth Finance also Wachstumsphase bezeichnet wird, ist das junge Unternehmen mit dem entwickelten Produkt marktreif und erzielt Umsätze aus dem Verkauf von Produkten. Der kommerzielle Erfolg ist sichtbar und es wird weiteres Kapital für den Ausbau der Produktions- und Vertriebskapazitäten benötigt. Das Risiko für den Kapitalgeber ist in dieser Phase weitaus geringer als bei den vorhergehenden Phasen, so dass er sich relativ teuer einkauft.

Exit

Nach zwei bis sieben Jahren (je nach Strategie des Risikokapitals auch später) wird der Austritt (engl. „exit“ – auch Desinvestition) angestrebt; das heißt der Kapitalgeber zieht sich aus dem Unternehmen zurück. Er verkauft seine Anteile an der Börse, an andere Unternehmen, Risikokapitalgesellschaften oder bietet sie dem Unternehmenseigner zum Rückkauf an. Konkret sind folgende Exit-Strategien üblich:

  • Initial Public Offering (IPO): Normalerweise folgt hier die Börsennotierung des Unternehmens und die Anteile werden am Markt verkauft.
  • Trade Sale: Das Jungunternehmen wird von einem anderen Unternehmen, meist aus derselben Branche, übernommen.
  • Secondary Sale: Der Risikokapitalgeber veräußert seine Beteiligung an einen Dritten
  • Company Buy-Back: Der Unternehmer erwirbt die Anteile des Risikokapitalgebers zurück.
  • Liquidation: Dies spiegelt den schlimmsten Fall wider: Das Unternehmen muss liquidiert werden, falls es sich im Markt nicht behaupten kann.

Die angestrebten, durchschnittlich zu erzielenden Renditen liegen mit 15 bis 25 % jährlich überdurchschnittlich hoch – dafür trägt der Kapitalgeber jedoch auch die erhöhten Risiken des jungen Unternehmens mit. In einer wissenschaftlichen Untersuchung von europäischen Venture-Capital-Fonds konnte eine durchschnittliche Rendite (IRR) von 10 % für den Investitionszeitraum 1980 bis 2003 ermittelt werden. Werden nur die Fonds, die im Jahr 1989 und später gegründet wurden, berücksichtigt, können in der Tat Renditen in Höhe von ca. 20 % erwirtschaftet werden. Allerdings sind diese Jahre durch Phasen von Überbewertungen von Eigenkapitaltiteln und Euphorie an den Wachstumsbörsen (z. B. dem Neuen Markt), insbesondere während der Dotcom-Blase, geprägt. Bei einer Investition in einen Risikokapitalfonds reduziert sich das Risiko bei einer durchschnittlichen Haltedauer von 7 Jahren.

Typische Anreizprobleme

Aus ökonomischer Sicht stellt Risikokapital eine Finanzierungsform dar, die in besonderem Maße mit Anreizproblemen zwischen Risikokapitalgesellschaft und Unternehmer befrachtet ist, da die Risikokapitalgesellschaft nicht genau beobachten kann, ob der Unternehmer das zur Verfügung gestellte Geld tatsächlich zur Erhöhung des Unternehmenswertes im Sinne der Investoren einsetzt.[2] Um diese Anreizprobleme abzuschwächen, haben Risikokapitalgesellschaften verschiedene typische Vertragsstrukturen und Kontrollrechte etabliert:

  • Das Kapital wird in mehreren Tranchen zur Verfügung gestellt, wobei nur weiterfinanziert wird, sofern bestimmte Meilensteine erreicht wurden („staging“)
  • Wandelanleihen werden bevorzugt eingesetzt, um den Risikokapitalgesellschaften die Möglichkeit zur Partizipation an guten Unternehmensergebnissen zu geben und dennoch bei schlechtem Verlauf weiterhin eine laufende Verzinsung und ggf. Priorität im Konkursfall zu erhalten.
  • Risikokapitalgesellschaften besitzen umfangreiche Eingriffsrechte und können den Unternehmer bei schlechter Leistung sogar entlassen.

Geschichte

In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1975 die erste Venture Capital-Gesellschaft gegründet und 1988 gab es bereits 40 Gesellschaften. 1987 wurden 1,2 Milliarden DM an Venture Capital angesammelt und davon rund 540 Millionen DM vor allem in den Bereichen Hochtechnologie, Elektronik und Mikroelektronik investiert.

Im Dezember 1987 schlossen sich 12 Venture-Capital-Gesellschaften in West-Berlin zum Deutschen Venture Capital Verband (DVCA) zusammen, die über rund 600 Millionen DM verfügten und davon 120 Millionen DM investierten. Hauptgeldgeber waren die Banken und die Industrieunternehmen. Im Dezember 1989 fusionierte der DVCA mit dem am 29. Januar 1988 ebenfalls in West-Berlin gegründeten Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK).

Siehe auch

Quellen

  1. Vgl. Weitnauer, Wolfgang (2001): Handbuch Venture Capital – Von der Innovation zum Börsengang, 2. überarbeitete Auflage, München, S. 271 sowie Hinkel, Knud (2001): Erfolgsfaktoren von Frühphasenfinanzierungen durch Wagniskapitalgesellschaften, Wiesbaden, S. 191 f.
  2. Gebhardt, G., & Schmidt, K. M. (2002). Der Markt für Venture Capital: Anreizprobleme, Governance Strukturen und staatliche Interventionen. Perspektiven der Wirtschaftspolitik, 3(3), 235-255.

Literatur

  • William D. Bygrave (Hrsg.): Das Financial-Times-Handbuch Risikokapital, Financial Times Prentice Hall: München, Amsterdam [u.a.] 2000, ISBN 3-8272-7012-X
  • Michael Dowling (Hrsg.): Gründungsmanagement: Vom erfolgreichen Unternehmensstart zu dauerhaftem Wachstum, Springer: Berlin [u.a.] 2002, ISBN 3-540-42182-3
  • Paul Gompers, Josh Lerner: The venture capital cycle, MIT Press: Cambridge, Mass. 2004, ISBN 0-262-07255-6
  • Christoph Kaserer, Christian Diller: European Private Equity Funds – A Cash Flow Based Performance Analysis, Research Paper of the European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA) and CEFS Working Paper 2004 – No 1.
  • Tobias Kollmann, Andreas Kuckertz: E-Venture-Capital: Unternehmensfinanzierung in der Net Economy: Grundlagen und Fallstudien, Gabler: Wiesbaden 2003, ISBN 3-409-12410-1
  • Klaus Nathusius: Grundlagen der Gründungsfinanzierung: Instrumente, Prozesse, Beispiele. Gabler, Wiesbaden 2001, ISBN 3-409-11869-1
  • Jens Ortgiese: Value Added by Venture Capital Firms. Eul Verlag, 2007, ISBN 978-3899366211
  • Michael Schefczyk: Erfolgsstrategien deutscher Venture Capital-Gesellschaften, Schäffer-Poeschel: Stuttgart 2004, ISBN 3-7910-1993-7
  • Wolfgang Weitnauer: Handbuch Venture Capital: Von der Innovation zum Börsengang, 4. Aufl., Beck: München 2011, ISBN 978-3-406-60864-3
  • Isabell M. Welpe: Venture-Capital-Geber und ihre Portfoliounternehmen: Erfolgsfaktoren der Kooperation. In der Reihe GABLER EDITION WISSENSCHAFT: Entrepreneurship Reihe, DUV, ISBN 978-3824480791

 

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